RSG Langenhagen 82 e.V.
RSG Langenhagen 82 e.V.

E-Hockey

Gelebte Inklusion im Elektrorollstuhl-Hockey

RSG Langenhagen bringt beim 1. Turnier Elektrorollstuhl-Hockey Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam auf das Spielfeld

 

„Das ist eines der aufregendsten Turniere, die es je in Hannover gegeben hat. Heute wird Inklusion wirklich gelebt und nicht nur drüber geredet“, sagte Jürgen Wildhagen, Vorsitzender der RSG Langenhagen, am Samstag bei der Begrüßung zum 1. Turnier Elektrorollstuhl-Hockey im Berufsbildungswerk, Annastift Leben und Lernen in Hannover. Damit fasste er zusammen, was in den sechs folgenden Stunden jedem der Teilnehmer durch den Kopf ging.

 

Erstmalig veranstaltete die RSG Langenhagen ein solch integratives Turnier und hatte dazu die Stader Füchse und Hockey-Spielerinnen ohne Handicap des DTV Hannover eingeladen. In vier Begegnungen kämpften die RSG Langenhagen gegen die Stader Füchse, in vier weiteren Partien über jeweils zweimal zehn Minuten traten Eltern, Freunde, Betreuer und Geschwister der Sportler – unter anderem auch mit den Rollstuhlfahrern in einem Team – gegeneinander an. Sie durften endlich einmal ausprobieren, welche Herausforderung die gleichzeitige Handhabung des (Elektro-)Rollstuhls und des Hockeyschlägers ist. Karla Mauersberg, die mit ihrer Mannschaft vom DTV Hannover in der Hockey-Oberliga spielt und trotz eines wichtigen Punktspieles am Sonntag dabei war, musste zugeben, dass der Umgang mit dem Rollstuhl das Schwierigste war. „Man hat ja keine Hand für den Schläger frei und ist die ganze Zeit damit beschäftigt, den Rolli zu steuern. Insgesamt bekommt man ein ganz anderes Gefühl für Schläger und Ball.“ Und auch Janes Rupprecht, Absolvent eines Freiwilligen Sozialen Jahres bei einem Fahrdienst für Menschen mit Handicap in Stade hätte sich das Spiel einfacher vorgestellt. „Man hat wenig Bewegungsfreiheit im Rollstuhl und keine Ahnung, wie man den Schläger transportieren soll“, betonte er. Wenn sich dann noch die Gegenspieler in den Weg stellen, ist so manch einer den Ball genauso schnell wieder los, wie er ihn bekommen hat. Weitere Herausforderungen waren das Führen des Golfballs, das Blocken, das Treffen des 20x250x40 cm großen Tores und der erforderliche Überblick. Da war es für den ein oder anderen erstaunlich, wie wendig die E-Rollifahrer mit ihrem Gefährt umgehen können. Fest steht, dass alle Spieler des Turniers an diesem Tag tüchtig ins Schwitzen gekommen sind. Die Sportler ohne Handicap wurden durch die Handhabung der Sportgeräte auf die Probe gestellt; für die Sportler mit Handicap war es mental besonders schwierig, die Stärken und Schwächen der Gegenspieler einzuschätzen und die passende Taktik anzuwenden. Am Ende waren deshalb zwar alle mit ihren Kräften am Ende, aber trotzdem glücklich und zufrieden.

 

Insgesamt hat das integrative Turnier der RSG Langenhagen gezeigt, dass alle Menschen, ganz gleich, wie schwer ihre Behinderung ist, in der Lage sind, einen anspruchsvollen Mannschaftssport auszuüben. „Es ist super gelaufen, die freundschaftliche Stimmung war klasse! Wir wollen das auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder organisieren und haben schon jetzt die Zusage des DTV dann sowohl eine Herren- als auch eine Damenmannschaft teilnehmen zu lassen“, freute sich Julius Kriebel, Trainer der Mannschaft der RSG Langenhagen und möchte gern mit seiner Mannschaft auch einmal zu einem integrativen Turnier nach Stade fahren. „Wir wollen die Inklusion vorantreiben, indem wir noch mehr Fußgängern die Möglichkeit geben, diese Sportart kennenzulernen.“

 

Heike Werner

Geladene Rollis mächtig in Fahrt

Neues Sportangebot im BBW in Kooperation mit der RSG Langenhagen

Dieses ist eigentlich der zweite Teil einer Fortsetzungsgeschichte: schon vor rund 10 Jahren waren es Schüler der Werner-Dicke-Schule, alle E-Rollstuhlfahrer, die von Lehrern und Betreuern endlich ein eigenes Sportangebot forderten. Daniel drohte damals sogar, die Schule zu wechseln, nach Debstedt, wo es ein E-Hockey-Angebot gab. Und so vereinbarten Verantwortliche aus Schule, BBW und Verein, auch in Hannover diese neue Sportart zu installieren. Da der Transport von E-Rollstühlen immer sehr aufwändig ist, sollte das Angebot des Langenhagener Vereins zu den Betroffenen kommen, auf das Gelände in Mittelfeld, ins BBW. Mehr als 10 Aktive kamen regelmäßig zu den Übungsabenden.

 

Elektrorollstuhl-Hockey ist ein Sport für Menschen mit einer Behinderung, die auf die Benutzung eines Elektrorollstuhls angewiesen sind, z.B. wegen einer Muskelerkrankung, einer spastischen oder einer hohen Querschnittlähmung. In Deutschland existieren zurzeit ca. 35 Mannschaften, von denen ca. 15 diesen Sport regelmäßig in Turnieren ausüben. In Holland, wo E-Hockey schon viel länger gespielt wird, spielen bereits über 50 Mannschaften in verschiedenen Ligen.

 

Zwischenzeitlich hatten die wichtigsten Protagonisten die Schule verlassen, so dass die Gruppe eingeschlafen war. Nur einer schlief nicht: Marcel, Schüler der WDS, ist jetzt Azubi im BBW. Er ergriff 2009 die Initiative, wie seine Kameraden vor 10 Jahren, und brachte wieder alle damals Beteiligten zusammen. Seit Herbst letzten Jahres existiert nun wieder ein Angebot im BBW, offen für alle auf dem Gelände und auch von außerhalb. Das Haus stellt die Halle, der Verein Übungsleiter und Material. Alles wie früher. Sogar Daniel ist wieder da: er wohnt mittlerweise im Haus Roderbruch.

 

 

Jürgen Wildhagen

 

Hier ein paar Bilder:

Treffen:

Jeden Dienstag (außer Schulferien) im Berufsbildungswerk

des Annastiftes in Mittelfeld.


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